Risk Assesment Trainings - Survival Events - Sportevents

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pasteamueberlebenistkeinzufallÜberleben ist kein Zufall Gute Tarnung ist in Kriegsgebieten die halbe Miete zum Überleben. Auf dem alten Truppenübungsplatz bei Ebern lernen Teilnehmer in Survival-Kursen, wie man's richtig macht. FOTOS Manuela Wahler-GöbelÜberleben ist kein Zufall
Quelle: Main Post, 12.03.2009

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Wenn aus Spiel Ernst wird: Auf dem Truppenübungsplatz Ebern trainieren Reporter und Leibwächter das Verhalten im Krieg
Viel Schnee, Minustemperaturen und wenig Schlaf – wer sich mitten im Februar ein Safety- and-Security-Training antut, ist hart im Nehmen, oder auf der Suche nach sich selbst. Eine eindrückliche Erfahrung ist es allemal, fanden ein dreiköpfiges RTL-Team um Punkt-12-Reporter Alexander Römer sowie Promi-Bodyguard Peter Althof. Auf dem früheren Truppenübungsplatz Ebern übten sie das Überleben.

 

Auf dem Gelände, auf dem sich einst Soldaten auf den Krieg vorbereiteten, führt heute Ex-Zeitsoldat Joachim von Hippel aus Bad Kissingen das Regiment. 2003 gründete der frühere Stabsfeldwebel das Power-Action-Survival-Team, kurz PAS. Seitdem bildet er mit insgesamt 25 Mitarbeitern Journalisten, humanitäre Helfer und Sicherheitspersonal für Auslandseinsätze in Krisengebieten aus. „Was wir üben, sind realistische Szenen, wie sie überall vorkommen können“, sagt der 43-Jährige.

Die Seminare des Kissingers sprechen sich herum – jüngst bis nach Berlin zum Fernsehsender RTL und nach Nürnberg, wo Personenschützer Peter Althof eine Sicherheitsfirma betreibt. „Ich sehe das als eine Art Selbstversuch“, sagt RTL-Reporter Alexander Römer. Der 32-Jährige vom Mittagsmagazin Punkt 12 ist für Reportagen der besonderen Art bekannt. Und bereit, sich vom PAS-Team schinden zu lassen.

Althof, 53-jähriges blondes Muskelpaket, passt normalerweise auf Stars und Sternchen wie Mariah Carey, Jennifer Lopez, Angelina Jolie oder Brad Pitt auf. Jetzt soll er eine Gruppe Journalisten und einen professionellen Minensucher durchs fiktive Kriegsgebiet geleiten. „Bin gespannt, was da abgeht“, sagt er und grinst. Bei sieben Grad unter null heißt es, in den sauren Apfel zu beißen. Doch die Jungs von RTL sind strapaziöse Außendrehs gewohnt.

Minenkunde gehört zum Programm. „Minen gibt es überall“, weiß von Hippel aus seiner aktiven Zeit im Ausland. In vielen Varianten, selbst in so genannten Touristengebieten, sind sie eine Gefahr. Von Hippel belegt das mit Beweisfotos. „Wer verminte Gebiete erkennt, kann sein Leben retten.“

Martin Weitkamp hat das oft erlebt. Der 44-jährige Seminarteilnehmer aus der Nähe von Dortmund ist Global-Operating-Officer und sucht mit seinen Hunden in Krisengebieten nach Minen und Sprengstoff. Aus der Fassung bringt ihn so schnell nichts. „Ich mach' den Job schon zwölf Jahre. Und gern“, betont er. „Aber irgendwann brauch' ich wohl mal einen Psychologen.“

Wenn von Hippel und sein Team in ihrem Element sind, wird aus einem Spiel schnell Ernst. „Wir führen die Teilnehmer an ihre psychischen und physischen Grenzen heran, das ist eines unserer Ziele“, sagt von Hippel. Das geht bei klirrender Kälte noch besser. Beim einen früher, beim anderen später.

Etwa, wenn es heißt, unter Stress einen Verletzten zu versorgen, während aus dem Gebüsch Maschinenpistolen ballern. Von Hippels Minenopfer sind täuschend echt geschminkt. Aus ihren Wunden läuft Kunstblut. Althof legt einen Druckverband an. Das Kamerateam hält drauf. Dann den Verletzten abtransportieren. Römer steht trotz Eiseskälte der Schweiß im Gesicht. „Break!“, ruft von Hippel. Pause.

Ob Geiselnahme, feindliche Kontrollposten, ein nächtliches Treffen mit einem Warlord oder Abseilen aus einem zweistöckigen Haus – das Programm hat es in sich. Althof hängt sich rein, buchstäblich. Auch Römer seilt sich kamerawirksam ab. Wenn keine spezielle Übung ansteht, heißt es marschieren. Längere Pausen sind nicht gewünscht. Wer rastet, friert.

Übernachtet wird in den Wintermonaten im Hotel. Bei Kellerbier und Glühwein fließt Leben in die steifen Glieder zurück. Althof plaudert aus dem Promi-Nähkästchen. „Aber keine Interna, versteht sich.“ Da wäre er seinen Job schnell los.

Der Kameramann hat sein Arbeitsgerät in die Ecke gestellt. Jetzt will er Sauerbraten essen. „Das essen hier in Franken doch alle, oder?“, fragt Römer in die Runde und bedient ein Vorurteil. Denn: In Berlin trinken doch auch nicht alle Berliner Weise, oder? „Nee“, wehren die RTLer im Chor ab. „Nur die Touristen.“ Aha.

http://www.mainpost.de/lokales/hassberge/Ueberleben-ist-kein-Zufall

PAS-TEAM
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